Bitcoin - ein Hit oder "Shit"?

Dieser Blogartikel soll das Thema Kryptowährungen am Beispiel des Bitcoins, des bekanntesten Vertreters unter den Kryptowährungen, behandeln. Dabei wird die Frage der Werthaltigkeit von Kryptogeld im Hinblick auf ein auf viele Jahre angelegtes Dauerinvestment behandelt. Ein Investment, dass sowohl auf eine Asset Allocation (Vermögensverteilung) als auch auf eine wertsteigernde Anlage ausgerichtet ist. 

Niemand kann heute verlässlich sagen, ob der Bitcoin in vielen Jahren überhaupt noch existiert und wenn ja, wie er sich im Hinblick auf eine mögliche Wertsteigerung entwickelt haben könnte. Einige Analysten sind der Ansicht, der Bitcoin (und andere Kryptowährungen) haben einen Wert von Null Euro. Andere Analysten gehen davon aus, dass sich der Bitcoin (und eventuell andere Kryptowährungen) in 5, 10 oder gar 20 Jahren deutlich vervielfacht haben könnten. Dabei bestehen alle Kryptowährungen eigentlich aus zwei wichtigen Neuerungen. Zum einen aus der Bezeichnung des Kryptogelds selbst (also zum Beispiel Bitcoin, Litecoin etc.). Zum anderen aus der Technologie im Hintergrund, nämlich der sogenannten Blockchain. Während die Aufgabe der sogenannten Blockchain darin besteht, einen Handel von Kryptogeld anonymisiert und absolut sicher stattfinden zu lassen, steht über jeder Blockchain ein anderer Name. Mal Bitcoin, mal Litecoin und so weiter. Das Interessante an diesen Krypotwährungen ruht im Prinzip auf zwei bis drei Besonderheiten. Zum einen unterliegt das Kryptogeld keiner staatlichen Regulierung. Es kann also nicht durch Maßnahmen von Regierungen oder Zentralbanken inflationiert oder vernichtet werden. Dies ist ein enorm wichtiger Aspekt, bedenkt man, dass in den vergangenen Jahrzehnten einige Länder in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind und diejenigen, die auf die Währung des Landes oder des Wirtschaftsraums vertraut haben, ruiniert wurden. Venezuela ist vielleicht das aktuell jüngste Beispiel einer solchen Krise, die bereits einige Länder in Südamerika und auch Russland getroffen hat. Auszuschließen ist ein solches Szenario auch für den Euroraum nicht, der aktuell von einigen politischen Unsicherheiten geprägt ist. Mit dem Bitcoin kann es gelingen, einen Teil Ihres Vermögens vor solchem Ungemach weltweit abzusichern, vorausgesetzt, Sie verlieren die Datensätze nicht, die zu "Ihren Bitcoins" führen. Da der Bitcoin nicht einer staatlichen Kontrolle untersteht, kann es auch nicht über Nacht eine wertvernichtende Währungsreform geben. Im letzten Jahrhundert wurden auch in Deutschland viele Sparer um ihre gesamten Ersparnisse gebracht.  Diese Gefahr besteht mit dem Bitcoin nicht.  Beleuchten wir nachfolgend noch einen Aspekt, der von kritischen Analysten immer gerne ins Feld geführt wird, nämlich dass der Wert des Bitcoins doch eigentlich bei null liegen müsse.

Hier möchte ich gerne auf das hochinteressante Buch von Yuval Noah Harari, einem israelischen Historiker verweisen, mit dem Titel "Eine kurze Geschichte der Menschheit".

Der Autor stellt und beantwortet in seinem Werk die Frage, warum sich der Homo sapiens, im Gegensatz zu allen anderen Geschöpfen auf dieser Welt, an die Spitze der Nahrungskette setzen konnte. Dem Autor zu Folge liegt dies an seinen außergewöhnlichen kognitiven Fähigkeiten, die zur Bildung einer herausragenden Sprache und der Möglichkeit, fiktive, also frei erfundene Geschichten zu erzählen, führen. Vermutlich weitgehend erfundene Geschichten, wie sie heute und in der Vergangenheit zum Beispiel von allen Weltreligionen und allen Naturreligionen erzählt werden und wurden. Aber auch den modernen großen Aktiengesellschaften, bei denen sich wiederum eine Geschichte, ein Glaube an ein nicht greifbares "Gut" erzählt. Die Besonderheit dieser Geschichten ist es, mehr als einige hundert Mitglieder einer Gruppe unter einem Ziel zu sortieren, so dass ganz viele Menschen, tausende (im Fall von Unternehmen  - Arbeitskräfte) oder sogar Milliarden (im Fall von Weltreligionen) an ein paar Grundzüge glauben und sich hinter diesen Impulsen vereinigen. 

Und genau das ist der Grund, warum meiner Meinung nach auch der Bitcoin noch wesentlich mächtiger und bedeutungsvoller wird als heute. Er steht für einen anonymen, staatlich nicht mehr erkennbaren Besitz von Geld (Vermögen) und gleichzeitig einer Sicherheit vor den für Sparer teilweise gefährlichen Entscheidungen von Politikern. Diese Impulse stellen sozusagen die "heilige Schrift" des Bitcoins dar. Menschen weltweit glauben an diese zwei Impulse und diese Idee wird genau so wenig von dieser Welt wieder verschwinden können, wie der Gottbegriff. Und aus diesem Grunde, so meine Meinung, liegt der Wert des Bitcoins schon lange nicht mehr bei null, wie einige kritische Analysten glauben. Der Wert, dass Bürger weltweit über Ländergrenzen hinweg einen Teil ihres materiellen Besitzes sicher aufbewahren können, ohne Angst, bei der nächsten Hyperinflation oder Währungsreform ihren Besitz wieder zu verlieren, ist von unschätzbarem Wert. Sollten Sie als normaler Bürger einen Teil ihres Geldes in Kryptowährungen investieren? Meiner Meinung nach: "Wäre eine Überlegung wert!"

Doch grundsätzlich gehört an diese Stelle auch ein Risikohinweis:

Der Kurs des Bitcoins kann rein theoretisch dennoch auf null fallen und die Besitzer dieses Geldes damit einen Totalverlust Ihres eingesetzten Kapitals erleiden. Für Kursverluste und Wertverluste eines Investments in Kryptowährungen wird keine Haftung übernommen!