Versorgung gegen Immobilie

Deutschland altert. Manch alter Mensch lebt in seinen eigenen vier Wänden und hat keine eigenen Kinder und manchmal auch niemanden, der sich um ihn kümmert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass so mancher "Schlaumeier" auf den Gedanken kommt, diesen älteren Menschen ein unmoralisches Angebot, schriftlich oder mündlich, zu unterbreiten. Und diese Angebote gibt es in der Realität. Gegen Besitzübertrag der Immobilie, in der die alten Menschen leben, wird dann eine lebenslange und meist "kostenlose" Pflege angeboten. Im Prinzip zwar eine gute Überlegung, dass der weltliche Besitz nach dem Tod des alten Menschen ohne Nachkommen an denjenigen weiter gereicht wird, der sich mit der Pflege der jeweiligen Person beschäftigt hat. Was sich auf den ersten Blick vielleicht noch als Win-Win Situation heraus lesen lässt, ist auf den zweiten Blick oftmals leider genau das nicht. Der alte Mensch gibt sich mit einem derartigen Handel in ein Abhängigkeitsverhältnis, dass von unterschiedlichen Impulsen angetrieben wird. Der alte Mensch möchte eine möglichst gute Versorgung, so lange er lebt. Der Pflegende möchte eigentlich nur den weltlichen Besitz. Aus seiner Sicht wäre ein frühes Ableben der alten Person vorteilhaft. Durch diesen Impuls kann ein solcher Deal besonders für den zu versorgenden alten Menschen zu einer immens großen Gefahr werden. Und deshalb kann nur vor der Annahme eines solchen Angebots dringend abgeraten werden. Eine echte Win-Win Situation sieht anders aus.