Vermögensaufbau mit Aktien

Die Aktie als Unternehmensanteil gilt als Möglichkeit, durch regelmäßiges Sparen am Ende von vielen Jahren reich werden zu können. Dennoch gilt für jede einzelne Aktie ein unternehmerisches Risiko. Im Fall eines Aktiensparers kann dies unter Umständen den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bedeuten. Dieses Risiko lässt sich nur minimieren, indem der Sparer sein Geld auf viele unterschiedliche Aktien verteilt. 

Bei der Frage, welche Aktien ein Bürger nun kaufen soll, gibt es ganz viele Wege, die nach Rom führen. Wer beispielsweise ein kleines Biotechunternehmen mit wenig Geld kauft, dass einige überragende Wirkstoffe bis zur Marktreife führen kann, braucht sich um seine Rente keine Sorgen mehr zu machen. Wer in einem anderen Beispiel ein kurz vor dem Bankrott stehendes Unternehmen kauft, dieses aber wider Erwarten die Kurve kriegt, kann sein Geld ebenfalls vervielfachen. Aber diese Beispiele basieren auch auf viel Glück und nicht unbedingt auf einer Strategie.

Für mich ist die wichtigste Lektion am Aktienmarkt, dass der Sparer in Unternehmen investiert, die ihre Kapitalkosten erwirtschaften. Dies ist der signifikante Unterschied zwischen Unternehmen, die im Lauf vieler Jahre expandieren können, Filialen aufbauen und den Unternehmenswert weiter steigern können und solchen, die vor sich hin siechen, kaum etwas erneuern (können) und schließlich irgendwann vom Markt verschwinden. Diese Unternehmen, die ihre Kapitalkosten verdienen, lassen sich finden, in dem man sich etwas in Punkto GUV und Bilanzen auskennt. Es sind aber unabhängig von Bilanzen oftmals auch die Unternehmen, die wir alle kennen. Unternehmen, die sich über lange Jahre durchgesetzt haben und die nun Filialen auf der ganzen Welt haben. Wenn es Ihnen gelingt, diese Unternehmen zu suchen und zu einem anständigen Preis kaufen zu können, breit diversifizieren, können Sie im Lauf der Zeit mit dem Ansparen in Aktien reich in Rente gehen. Vorausgesetzt, Sie halten diesen Aktien über viele Jahre die Treue und lassen sich nicht von Marktturbulenzen aus Ihren Investments heraus scheuchen.

Dabei ist es nicht besonders schwer, aus der Bilanz eines Unternehmens heraus zu lesen, ob dieses Unternehmen seine Kapitalkosten erwirtschaftet. Gehen Sie in die Konzernbilanz und lesen Sie das Eigenkapital heraus. Ersetzen Sie dieses Eigenkapital fiktiv durch Fremdkapital und fragen Sie sich, wie viel Geld das Unternehmen an Zinsen ausgeben müsste, wenn das gesamte Eigenkapital in Fremdkapital umgewandelt werden würde. Diesen Betrag müssen Sie nun von dem um Sondereffekte bereinigten Jahresüberschuss (zu finden in der Gewinn- und Verlustrechnung) abziehen. Bleibt nach diesem Schritt ein positiver Wert übrig, erwirtschaftet das Unternehmen seine Kapitalkosten. In diesem Fall zeigt oftmals auch das langfristige Chartbild, dass es dem Unternehmen gut geht. Der Kurs der Aktie dürfte über viele Jahre betrachtet gestiegen sein.

Ist das Ergebnis allerdings negativ, erwirtschaftet das Unternehmen zumindest zum Zeitpunkt der Betrachtung seine Kapitalkosten nicht. Hier sollte der Anleger eher vorsichtig sein und sein Geld tendenziell eher in Unternehmen investieren, die ihre Kapitalkosten erwirtschaften.

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Wer am Ende die emotionale Stärke besitzt, auch in stürmischen Börsenphasen seinen ausgewählten Unternehmen die Treue zu halten und breit diversifiziert ist, dürfte nach vielen Jahren als glücklicher Rentner in eben diese gehen können. Dafür wünsche ich Ihnen von Herzen viel Erfolg!

 

Hinweis: Aktien können steigen oder fallen, sogar bis hin zum Totalverlust. Für eventuell eintretende Verluste übernehme ich keinerlei Haftung. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Bankberater oder Ihrem Anlageberater über Ihre finanziellen Angelegenheiten.